Rebsorte Aglianico

Der Aglianico ist eine der ältesten Rebsorten aus Süditalien. Schon im 16. Jahrhundert finden sich erste schriftliche Belege für seinen Anbau. Er liefert hochwertige Weine mit tiefer rubin- bis granatroter Farbe und üppig-vielschichtigem Bouquet. Typische Aromen sind dunkle Früchte wie vollreife Pflaume, Veilchen, aber auch Schokolade, Leder oder Tabak. Am Gaumen präsentieren sich Aglianico-Weine kraftvoll, mit markanten und etwas Reife benötigenden Tanninen und präsenter Säure. Seine Qualitäten entwickelt er insbesondere auf kargen, vulkanischen Böden. Er ist relativ robust gegenüber dem echten Mehltau, dafür aber anfällig für Botrytis.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Aglianico Wein

Wie lässt sich das typische Geschmacksprofil der Rebsorte Aglianico beschreiben?

Ein Aglianico ist ein Wein für Entdecker. Er besticht durch eine intensive Aromatik von dunklen Waldfrüchten wie Brombeere und schwarzer Kirsche. Hinzu kommen oft komplexe Noten von Leder, weißem Pfeffer, Rauch und mineralischen Anklängen, die an Graphit oder Teer erinnern. Mit zunehmender Reife entwickelt er wunderbare Töne von getrockneten Feigen und Tabak.

Welche Rolle spielen Tannin und Säure in einem Aglianico?

Hier zeigt die Aglianico ihr wahres Gesicht: Sie ist bekannt für ihre ausgeprägten, kräftigen Tannine und eine hohe Säurestruktur. Das macht den Wein in seiner Jugend oft etwas „wild“ und fordernd. Genau diese Struktur ist aber auch das Geheimnis seiner unglaublichen Frische und Langlebigkeit.

Ist die Rebsorte Aglianico eher fruchtbetont oder würzig?

Obwohl die Frucht (Kirsche, Pflaume) präsent ist, neigt Aglianico deutlich zur würzigen und herzhaften Seite. Die mineralischen Noten, die oft durch die vulkanischen Böden entstehen, auf denen sie wächst, geben ihr eine fast schon salzige, erdige Tiefe, die man bei vielen anderen Süditalienern vergeblich sucht.

Wo in Italien wächst die Rebsorte Aglianico am besten?

Die Heimat der Aglianico ist der Süden Italiens, insbesondere die Regionen Kampanien (bekannt für den berühmten Taurasi) und Basilikata (bekannt für den Aglianico del Vulture). Hier findet sie die perfekten Bedingungen, um ihre volle Komplexität zu entfalten.

Welchen Einfluss hat das Klima auf die spät reifende Rebsorte Aglianico?

Aglianico ist eine der am spätesten gelesenen Rebsorten Italiens – oft erfolgt die Ernte erst im November. Sie braucht die warme Mittelmeersonne, um die harten Tannine reif werden zu lassen, profitiert aber enorm von kühleren Nachtemperaturen in höheren Lagen, um ihre charakteristische Säure zu bewahren.

Welche Speisen harmonieren perfekt mit einem kräftigen Aglianico?

Aufgrund der starken Tanninstruktur verlangt Aglianico nach gehaltvollem Essen. Perfekt sind geschmorte Fleischgerichte (Ossobuco, Wildschweinragout) oder kräftig gewürztes Lamm. Auch vegetarische Gerichte mit Trüffeln, Pilzen oder dunklen Linsen halten der Kraft des Weines stand.

Warum wird die Rebsorte Aglianico oft als „Barolo des Südens“ bezeichnet?

Dieser Vergleich rührt daher, dass Aglianico – genau wie die Nebbiolo-Traube im Barolo – eine extrem hohe Säure und massive Tannine besitzt. Beide Weine sind in ihrer Jugend sehr streng, entwickeln aber mit dem Alter eine unvergleichliche Eleganz und Komplexität.

Wie unterscheidet sich Aglianico von der Rebsorte Primitivo?

Das ist ein wichtiger Punkt für Einsteiger: Während der populäre Primitivo meist weich, fruchtsüß und alkoholreich ist („Everybody's Darling“), ist der Aglianico das Gegenteil: Strukturiert, herb, trocken und aristokratisch. Wer „Marmelade“ im Glas sucht, wird bei Aglianico enttäuscht; wer „Struktur und Charakter“ sucht, wird ihn lieben.

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Dornfelder

Die Rebsorte Dornfelder ist die erfolgreichste rote Neuzüchtung aus Deutschland. Der Dornfelder ist bekannt für mittleren Körper und weiche Tannine – wie auch die tiefdunkle Farbe. Er darf aber nicht mit der ähnlich klingenden Sorte Dunkelfelder verwechselt werden.

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Gamay

Gamay ist eine rote Rebsorte, die vor allem in der französischen Region Beaujolais angebaut wird. Die Weine sind leicht bis mittelschwer, mit niedrigen Tanninen und lebhafter Säure. Gamay-Weine zeigen Aromen von roten Früchten wie Erdbeere, rote Kirsche oder auch Himbeere ergänzt durch florale Noten.

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Lemberger/Blaufränkisch

Lemberger, in Österreich besser bekannt als Blaufränkisch, ist eine rote Rebsorte, die hauptsächlich im Süden Deutschlands und in Österreich angebaut wird. Die Weine sind mittelkräftig bis kräftig, mit moderaten bis kräftigen Tanninen und frischer Säure. Lemberger-Weine haben viel Finesse und das Potential das Terroir, von dem sie stammen, hervorragend zu spiegeln.

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Mourvèdre/Monastrell

Mourvèdre ist eine rote Rebsorte, die hauptsächlich im Süden Frankreichs und Spanien – dort unter dem Namen Monastrell – angebaut wird. Die Weine sind tieffarbig, mittelkräftig bis kräftig, mit hohen, in der Jugend oft ruppigen Tanninen und einer moderaten bis hohen Säure.

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Negroamaro

Negroamaro ist eine rote Rebsorte aus dem Süden Italiens. Die Weine sind meist kräftig, körper- und tanninreich und mit üppigen Aromen dunkler Früchte wie schwarze Johannisbeere oder vollreife Kirsche. Das füllige Aromenspektrum wird oft ergänzt durch Noten von Gewürzen und Schokolade.

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Pinotage

Pinotage ist eine Kreuzung aus Hermitage (einem Synonym für den Cinsault) und Pinot Noir, die in den 1920er Jahren in Südafrika entstanden ist. Die rote Rebsorte erbringt kräftige Weine, mit hohen Tanninen und moderaten Säure. Sie ist frühreifend, zeigt typischerweise eine rotbeerige Fruchtaromen, die von Gewürznoten und nicht selten einem unverkennbaren Rauch- bzw. Räucherspeck-Aroma ergänzt wird.

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Grauburgunder

Grauburgunder, auch als Pinot Gris oder Pinot Grigio bekannt, ist eine weiße Rebsorte, die in vielen Weinregionen wie Frankreich, Italien und Deutschland angebaut wird.

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Gewürztraminer

Kaum eine Rebsorte polarisiert so sehr wie der Gewürztraminer. Schon sein Name verrät, worum es geht: um Intensität, Würze und ein unverwechselbares Aromenspektrum, das von Litschi, Bitterorange und Rosenblättern bis zu Marzipan reicht. Es ist kein dezenter Wein und das soll er auch nicht sein. Manche mögen das, andere lehnen die Duftwolke ab.

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Müller-Thurgau

Müller-Thurgau ist eine weiße Züchtung, die vor allem in Deutschland und Österreich angebaut wird. Die Weine sind leicht bis mittelschwer, zeigen moderate Säure und kräftiges Aroma, meist mit einem typischen Muskatton. Müller-Thurgau-Weine sind meist trocken oder halbtrocken ausgebaut und im Stahltank vinifiziert.

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Scheurebe

1916 züchtete der Schweizer Rebenforscher Georg Scheu an der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey eine neue Sorte, die er zunächst für eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner hielt.

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Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc ist eine der bekanntesten weißen Rebsorten aus Frankreich. Ihren eigentlichen Ursprung hat sie an der Loire – wird inzwischen aber als zweitwichtigste Edel-Sorte nach dem Chardonnay weltweite angebaut. Insbesondere Neuseeland ist so zur zweiten Heimat des Sauvignon Blanc geworden.

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Weißburgunder

Die Weißburgunder-Rebe – in Frankreich Pinot Blanc, in Italien Pinot Bianco genannt – ist das hellste Mitglied der großen Burgunder Familie. Die Sorte erbringt frische, fruchtige Weine, deren Säure je nach Machart von moderat bis kräftig variieren kann und die zarte Fruchtaromen wie Äpfel, Birnen oder Zitrusfrüchte, nicht selten ergänzt von nussigen Noten wie Mandel entwickelt.

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