Weingut Château Lafleur
„Ein Cru, der Kraft, Länge und Finesse auf einzigartige Weise vereint.“
Familie Guinaudeau
Familie Guinaudeau
Gerade einmal 4,58 Hektar auf bestem Pomerol-Terroir mit sehr alten Reben machen den „Lafleur“ zu einem der seltensten, begehrtesten und teuersten Weine der Appellation.
Der kleine Weinberg, der sich rund um das vergleichsweise bescheidene Anwesen legt, gehört zu den wenigen Weinbergen in Bordeaux, die sich seit 1872 nicht verändert haben. Damals gründete der Ururgroßvater von Jacques Guinaudeau das Weingut. Die Güte der Weinberge war schon seit dem 15. Jahrhundert bekannt. 1915 übernahm André Robin die Leitung und 1946 die beiden Schwestern Marie und Thérèse Robin. „Das war unser Glücksfall“, erklärt Guinaudeau der Bordeaux-Kennerin und Autorin Jane Anston, „denn die beiden Schwestern waren extrem konservativ im calvinistischen Sinne und sahen es nicht ein, Geld auszugeben für die Pflanzung neuer Merlot-Klone sowie für chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Sie taten einfach gar nichts an ihren alten Reben.“ So verfügen Baptiste und Julie Guinaudeau, die mittlerweile die Leitung von Vater Jacques übernommen haben, über einen Bestand an sehr alten Reben und gesunden Böden. Einige der Reben sind mehr als 100 Jahre alt und dienen als Grundlage für eigene Massenselektionen.
Der äußerst seltene Wein stammt von drei Bereichen innerhalb des Weinbergs mit lehmigem Kies, kiesigem Sand und sandig-lehmigem Kies. Auf einem schmalen Streifen, der sich durch die verschiedenen Terroirs zieht, entsteht der Zweitwein „Les Pensées de Lafleur“. Merlot und Cabernet Franc machen jeweils etwa 50 % aus, was in Pomerol ungewöhnlich ist. Erst- und Zweitwein werden im neuen Keller exakt gleich ausgebaut. Ebenso ungewöhnlich wie der hohe Anteil an Cabernet Franc ist die Wahl der Barriques: Gerade einmal 20 % werden jährlich ersetzt. Bei vielen Nachbarn wird gerne 100 % neues Holz eingesetzt. Im Keller wird nur noch an Nuancen gearbeitet. Doch diese machen die Größe dieses Weins aus, der unter den Pomerol-Weinen deutlich eher an Weine des linken Ufers erinnert. Während der Nachbar Pétrus den Hedonismus und die kraftvolle Generosität pflegt, ist ein „Lafleur“ kühler, mineralischer und besitzt mehr Noblesse.
© Fotos: Château Lafleur