Domaine Henri Gouges
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Die Domaine Henri Gouges gehört zu den historisch bedeutendsten Weingütern der Côte de Nuits und ist bis heute eng mit der Identität von Nuits-Saint-Georges verbunden. Der Name steht für eine klassische, strukturbetonte und langlebige Stilistik dieser Appellation. Seinen Namen hat es vom 1899 geboren Henri Gouges erhalten, der das Weingut in jungen Jahren aufgebaut hat und sich parallel dazu einen Namen als politische Figur im Burgund erworben hat. In einer Zeit, in der große Teile der Weinproduktion an Négociants, also Händler veräußert wurden und Herkunft oft nur eine untergeordnete Rolle spielte, setzte Gouges früh auf Flaschenabfüllung im eigenen Gut und auf eine kompromisslose Qualitätsorientierung. Damit gehörte er zu den Wegbereitern des modernen Burgund. Die Domaine umfasst rund 14 Hektar und besitzt heute bedeutende Parzellen in zahlreichen Premier-Cru-Lagen von Nuits-Saint-Georges, darunter Les Saint-Georges, Vaucrains, Chaignots oder Clos des Porrets Saint-Georges. Gerade Les Saint-Georges gilt vielen als die nobelste Lage der gesamten Appellation und wird seit Jahren immer wieder als möglicher Kandidat für einen zukünftigen Grand-Cru-Status diskutiert.
Die Weine der Domaine spiegeln dabei sehr deutlich den Charakter von Nuits-Saint-Georges wider: kraftvoller, würziger und strukturierter als viele Weine der Côte de Beaune oder selbst mancher Nachbargemeinden der Côte de Nuits. „Hier werden keine Gefangenen gemacht“ schreibt Jasper Morris MW, wenn es um den Stil des Hauses und die Alterungswürdigkeit der Weine geht. Entsprechend konnten gerade ältere Jahrgänge in ihrer Jugend streng, tanninreich und beinahe rustikal wirken. Doch genau diese Struktur verlieh den Weinen oft ihr enormes Reifepotenzial. Mit Flaschenalter entwickeln sie komplexe Aromen von dunklen Beeren, Unterholz, Leder, Gewürzen und jener erdigen Tiefe, die klassische Burgunder auszeichnet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde die Stilistik zwar etwas verfeinert und präziser, doch die Grundidee blieb erhalten: keine gefälligen, schnell zugänglichen Pinot Noirs, sondern Weine mit Substanz, Herkunft und innerer Spannung.
Neben diesen klassischen Cuvées gibt es heute auch zugänglichere Weine wie etwa den Nuits-St-Georges Clos de la Fontaine Jacquinot. Bemerkenswert ist zudem, dass die Domaine Weißweine eines besonderen Pinot-Klons anbietet. Der „Pinot Gouge“ ist eine natürlich weiße Mutation des Pinot Noir aus den eigenen Weinbergen. Daraus entsteht ein "Bourgogne Pinot Blanc" und ein weißer Nuits-St-Georges Premier Cru "La Perrière".
© Fotos: Domaine Henri Gouges