Weingut Rudolf May
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Das Weingut Rudolf May gehört heute zu den prägendsten Betrieben Frankens und gleichzeitig zu jenen Weingütern, die den Silvaner in Deutschland neu definiert haben.
Was Rudolf May und mittlerweile auch sein Sohn Benedikt May in den letzten zwei Jahrzehnten geschaffen haben, ist nichts weniger als eine qualitative Neuvermessung des fränkischen Weinbaus. Die Weine verbinden Präzision, Ruhe und Herkunft mit einer Konsequenz, wie man sie früher eher aus Burgund oder von den großen trockenen Riesling-Erzeugern Deutschlands kannte. Das Weingut liegt in Retzstadt im Maindreieck, nördlich von Würzburg. Die Landschaft dort wirkt zunächst unspektakulär, gehört aber geologisch zu den spannendsten Regionen Frankens. Muschelkalk prägt nahezu alle Spitzenlagen des Betriebs und bildet die Grundlage für jene salzige, kühle und straffe Stilistik, die die Weine von Rudolf May so unverwechselbar macht. Vor allem der Retzstadter Langenberg und der Himmelspfad zählen heute zu den bedeutendsten Silvaner-Lagen Deutschlands. Die Weine daraus besitzen Tiefe und Konzentration, wirken dabei jedoch niemals schwer. Vielmehr leben sie von innerer Spannung, feiner Kräuterwürze, kalkiger Mineralität und einer fast schwebenden Eleganz.
Rudolf May hat den Betrieb Anfang der 1990er Jahre gegründet und früh erkannt, dass Franken international nur dann wieder größere Aufmerksamkeit bekommen würde, wenn Herkunft und handwerkliche Präzision kompromisslos in den Mittelpunkt gestellt werden. Statt auf vordergründige Frucht oder gefällige Primäraromatik zu setzen, verfolgt das Weingut einen reduzierten, terroirgeprägten Stil. Die Weine werden spontan vergoren, erhalten viel Zeit auf der Vollhefe und werden äußerst zurückhaltend ausgebaut. Holz wird eingesetzt, aber nur selten, wie zum Beispiel beim "Schäfer" als geschmackliches Stilmittel, sondern vor allem zur Strukturgebung.
Besonders eindrucksvoll ist dabei die Rolle des Silvaners. Während die Rebsorte vielerorts lange unterschätzt wurde, zeigt Rudolf May, welches Potenzial in ihr steckt. Die besten Weine besitzen eine enorme Feinheit, erinnern in ihrer Textur teilweise eher an große weiße Burgunder als an das stereotype Bild fränkischer Silvaner vergangener Jahrzehnte. Gleichzeitig bleiben sie tief in Franken verwurzelt: kräutrig, steinig, kühl und präzise. Neben knapp 80 % Silvaner spielen auch Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder eine zunehmend wichtige Rolle. Gerade die Burgundersorten profitieren von den kühlen Kalklagen und dem immer präziseren Arbeiten im Weinberg. Der Ausbau erfolgt nachhaltig und naturnah, viele Weinberge werden inzwischen biologisch bewirtschaftet. Die Erträge sind niedrig, gelesen wird ausschließlich von Hand. Dass das Weingut heute Mitglied im VDP ist und regelmäßig zu den höchstbewerteten Betrieben Deutschlands zählt, gilt in der Szene längst als selbstverständlich. Dennoch die Weine von Rudi May, der immer mehr Aufgaben an seinen Sohn Benedikt übergibt, bis heute eher leise als laut. Genau diese Ruhe und Konzentration spiegeln auch die Weine wider: keine Effekte, keine Opulenz, sondern Klarheit, Herkunft und Substanz. Damit gehört das Weingut zu den wichtigsten Botschaftern eines modernen, präzisen und international anschlussfähigen Franken-Stils.
© Fotos: Weingut Rudolf May