Domaine Macle
Wie aus der Zeit gefallen wirkt die Domaine Macle – ebenso wie die Weine, die sie erzeugt. Sie gehören zu den großen Klassikern Frankreichs. Bereits seit den 1850er Jahren erzeugt die Familie Macle, die einst aus Italien einwanderte und ursprünglich Madscolino hieß, Trauben im Jura. Doch erst 1966 gründete Jean Macle das Weingut in dem kleinen, hoch gelegenen und für seine Vin Jaunes berühmten Örtchen Château-Chalon. Heute stehen dort 19 Hektar unter Reben. Es ist vor allem Savagnin, also die Urform des Traminers, der hier in den marnes grises, dem grauen Kalk des Lias, wurzelt.
Die Domaine Macle erzeugt ausschließlich den klassischen Jurastil oxidativer Weine, die – ähnlich wie beim Sherry – unter Florhefe reifen, jedoch anders als beim Sherry nicht aufgespritet werden. Der berühmteste Vin Jaune trägt den Namen des Ortes selbst: "Château-Chalon". Dieser Wein wird in den einzigartigen, "Clavelin" genannten Flaschen abgefüllt, die 62 cl umfassen. Der Grund liegt im oxidativen Ausbau: Während der Reifezeit von sechs Jahren und drei Monaten verdunsten rund 13 cl, sodass der Wein nicht in den klassischen 75-cl-Flaschen abgefüllt wird.
Neben dem "Château-Chalon" entsteht ein weiterer berühmter Wein, der schlicht "Côtes du Jura" heißt. Auch er wird oxidativ unter Flor ausgebaut, allerdings „nur“ über vier Jahre hinweg. Zudem handelt es sich um eine Mischung aus rund 80 % Chardonnay und 20 % Savagnin, für die Laurent Macle jenen Wein aus Château-Chalon nutzt, der für den Vin Jaune nicht ausdrucksstark genug ist. Der "Côtes du Jura" ist früher zugänglich, von Beginn an etwas runder und leichter zu verstehen, reift aber dennoch über Jahrzehnte hinweg hervorragend.
© Fotos: Domaine Macle